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3 Einbäume für die Kiebitzschule.

Michael Bungard | info@kunstwerkgruen.de

KIEBITZ 1 > auf 2 Stangen aufgespießtes Landart-Objekt im Blauen Klasssenzimmer. Bei hohen Flutständen steigt er mit – fest installiert + gleichzeitig bei außergewöhnlichen Umständen beweglich.

KIEBITZ 2 > auf dem Schulhof der Kiebitzschule errichtetes Kunst-Spielgerät. Er ist weder fertig ausgehöhlt noch bemalt – offen in alle Richtungen.

KIEBITZ 3 > wird als Botschafter der Kiebitzschule mit einem geschnitzten Kiebitzkopf als Galeonsfigur auf Reisen gehen. Ziel ist eine Schule in Neuseeland, zu der bereits Kontakt besteht. Er erzählt von unserer Achtung vor den vielen Kulturen, die schon lange vor uns Einbäume gebaut haben und Inspirationsquelle zu diesem Projekt waren.

Handgreiflich erspürten wir die Leistung dieser Menschen,
ein solches Boot mit teilweise einfachsten Werkzeugen herzustellen. Gestaunt werden konnte über die immense Vielfalt an Formen und Spezialisierungen im Laufe der Zeit und in unterschiedlichsten Weltgegenden.

Gemeinsames Handeln.
Viele der an der Schule Beteiligte – Kinder, Lehrer, Eltern, Mitarbeiter, Freunde + Förderer – legten bei diesem Projekt mit Hand an. So entstanden auf dem Schulhof der Kiebitzschule Boote, die Spuren von allen tragen. Vielleicht schafft der Einzelne nur ein kleines Stück – zusammen entsteht Erstaunliches.

Voneinander lernen.
In gemischten Gruppen mit unterschiedlichen Wissensständen + Fähigkeitsstufen war es möglich, voneinander wahrzunehmen, wer wie arbeitet. Gerade auch für Lehrer eine Möglichkeit, unbekannte Facetten ihrer Schüler zu entdecken. Voneinander lernen + sich gegenseitig helfen wurde gezielt gefördert.

Handarbeit mit scharfem Gerät.

Entwurf > praktische Arbeit > veränderter Entwurf > Einbaum.
Michael Bungard zeichnete alle 3 Entwürfe, die im Laufe des Projekts weiter entwickelt werden mußten, den Fähigkeiten aller Beteiligten angepasst. So flossen allmählich auch Gestaltungsideen der Kinder mit ein, die ein Bewusstsein für die Form eines ganzen Bootes bekommen hatten.

«Die sind ja richtig scharf …»
Jede Gruppe erhielt eine Einführung in die jeweils nötige Technik, bei der der Schwerpunkt auf der sicheren Handhabung der scharfen Werkzeuge lag. Dabei kamen altersmäßig + individuell unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz: Beile, Spaltkeile, Hammer, Dechsel, Bildhauerbeitel + Klöppel, chinesischer Ziehhobel + Ziehklinge.

Erlebtes Lernen.
> Begeisterung für ein Ziel entstand.
> Zielgerichtetes Arbeiten über einen längeren Zeitraum wurde trainiert.
> Wie gehen wir mit auftretenden Problemen um?
> Größere Zusammenhänge konnten erahnt werden:
Wo kommt das Material Holz her? Welche Arbeitsschritte sind nötig? Was haben die 3 Boote miteinander zu tun?
> Achtung vor «primitiven» Kulturen – Urmenschen, indigene Völker – entwickelte sich.
> Handwerkliche Abläufe (Zeitschiene) konnten nachvollzogen werden.
> Achtsamer Umgang mit professionellem Werkzeug wurde geübt.
> Selbstbewusstsein durch das Geleistete stellte sich ein.

Wie geht es weiter?

Der Bau > Die Reise > Ankunft in Neuseeland.
Am 17. September 2012 tritt KIEBITZ 3, sorgfältig verpackt in eine Holzkiste seine Reise nach Neuseeland an. Dem Einbaum liegt ein Memorystick mit einer viersprachigen Dokumentation des «Kiebitz im Boot»-Projektes bei. Ziel: eine Area School in Taipa, Neuseeland.

Kennenlernen fremder Kulturen.
Für uns der Anlass über eine Weiterentwicklung des Projektes nach zu denken. Die Ureinwohner Neuseelands – die Maori – haben eine ausgesprochen reiche Bild- und Schnitztradition, in der Einbäume traditionell eine große Rolle spielen. Michael Bungard nähert sich der Maori-Kultur mit der Bearbeitung von Holz, Sibyll Amthor wird sich malerisch mit der komplexen Zeichensprache der Maori auseinander setzen. Die Synthese könnte ein in den Raum gehendes Gesamtwerk sein, bei dem die Kinder 3-Dimensionales + 2-Dimensionales verknüpfen. Und gleichzeitig eine Menge über eine fremde Kultur lernen.

Politisches Bewusstsein entwickelt sich.
Der bestehende Kontakt zur Grundschule nach Neuseeland wird durch persönliche Kontakte der Kinder untereinander vertieft, die fremde Welt rückt näher. Wie geht es den Schülern dort? Unter welchen Bedingungen leben und lernen sie? Spielt die Maori-Kultur noch eine Rolle? Verschiedene Kommunikationsformen (Brief, eMail, Fotos, Filme) werden erprobt.

Update 2018

Jahre später: Der zweite Einbaum Kiebitz 2 hat einen neuen Platz mitten im Dorf gefunden- auf der Wiese zwischen Störtebeker und Kombüse 53° Nord. Im Februar 2018 ist er hier als Nachbar neu eingeweiht worden.

Frühlingsaufgefrischt kann er nun wieder als Spiel-Skulptur eingenommen werden. Das Sonnensegel ist über seine Takelage beweglich, kann auch als Windsegel aufgestellt werden.

Filmische Dokumente aus seiner Schulzeit ab 2009 konnten in der Kombüse genossen werden. Dort steht nun auch Kiebitz 1 (ehemals im Blauen Klassenzimmer und später in der Ausstellung Ereignis G & M in St. Georg), zu erwerben als Kunstobjekt bzw. zu mieten mit Spendenanteil für Kiwitte bzw. Neue Schule.

Ahoi!