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WIR-Prozess in Oberndorf

In der Oberndorfer Freien Schule LernArt begleiten am ersten Oktober-Wochenende 2021 Gabriele Kaupp und Marie-Luise Stiefel einen WIR-Prozess. Die beiden Trainerinnen kommen aus dem Ökodorf und »Demokratie-Labor« Schloss Tempelhof in Baden-Würtemberg.

Was ist ein WIR-Prozess? Worum geht es da?

Es geht um die sehr beeindruckende Erfahrung, dass ein gutes Miteinander in Gruppen sich immer wieder herstellen lässt. In diesem Miteinander können sich Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit gleichberechtigt, offen, zugewandt und mitfühlend begegnen — und sich miteinander verbinden. Die Basis dafür ist Authenzität, in der wir unsere Persönlichkeit nicht hinter Rollenbildern oder Ängsten verbergen müssen. Diese Form der Gemeinschaft kann Initiativen Stabilität verleihen, um gemeinsame Ziele auf lange Sicht zu verfolgen. Sie kann Verständnis schaffen in tiefen Auseinandersetzungen und ist damit auch eine Form der alltäglichen Friedensbewegung.

Die Idee des Wir-Prozess geht davon aus, dass alle Menschen Führungs-, und Leitungsqualitäten in sich tragen. Im Idealfall sind wir gleichberechtigte Teile einer Gruppe, der »group of all leaders«. Im Übungsfeld WIR-Prozess wächst neben sozialer Kompetenz auch das Vertrauen in kollektives Wissen und in die große Kraft einer ehrlichen und offenen Kommunikation.

Im Wir-Prozess arbeitet eine Gruppe von max. 30 Menschen an einem Wochenende miteinander. Die ersten drei der vier verschiedenen Phasen im WIR-Prozess zeigen das Muster der üblichen Kommunikationsstruktur. Um die Phase vier zu erreichen, ist die Bereitschaft wichtig, sich auf diese Form der Selbsterforschung einzulassen und bis zum Ende des Prozesses dabei zu bleiben.

Die vier Phasen sind:
— die Pseudoharmonie, in der alle sich noch rauschhaft gut verstehen
— die Chaosphase, in der z.B. Vorwürfe und destruktive Angriffe jegliche gemeinsame Entwicklung unmöglich zu machen scheinen
— die Leere, die sich trostlos und schwer anfühlen kann und vielleicht in ein leichteres „Nichts mehr da, was wichtig wäre“ übergeht
— die authentische Verbundenheit: Wenn an dem Punkt der Leere einzelne Menschen der Gruppe sich in ihrem unmittelbaren Erleben zeigen können — und seien diese noch so »ver-rückt« — kann sich ein Feld der authentischen Erfahrung für alle öffnen. Dabei zeigen sich in beeindruckender Intensität Mitgefühl und Verbundenheit. Es wird deutlich erfahrbar, dass Gemeinschaft viel mehr sein kann, als die Summe der Beteiligten.

Der WIR-Prozess läuft nicht linear — es gibt keine festen Muster. In der Regel wird der WIR-Prozess nur beim ersten Treffen oder bei Schwierigkeiten innerhalb bestehender Gruppen begleitet. Die Aufgabe der Begleitung besteht darin, den geschützten Raum zu halten, gelegentlich Impulse zu geben. Die Begleiter*innen werden gleichzeitig auch Teil des Gruppenprozesses sein.

Der »Erfinder« des Wir-Prozesses Scott Peck schrieb in seinem Buch über die Gemeinschaftsbildung: »Seit ich weiß, dass eine Gruppe sehr verschiedener Menschen sich aufrichtig verbinden / sich lieben kann, und dass dies wiederholbar ist, habe ich mehr Hoffnung, was die Fragen der menschlichen Existenz angeht.«

Begrenzte Teilnahme. Anmeldung notwendig!

Freitag, 1. — Sonntag, 3. Oktober 2021
FR 19:30 – 22 Uhr
SA 9:30 – 12:30 Uhr + 15 – 18:30 Uhr + 19:30 – 21.30 Uhr
SO 9:30 – 13 Uhr
Teilnahmegebühr:
180 Euro (Selbsterhaltungspreis) // 200 Euro (Solidaritätspreis)
<200 Euro (Superförderpreis mit Spendenquittung)
Ermäßigungen auf Anfrage
Getränke und Speisen auf Spendenbasis.
Ort: Freie Schule Oberndorf LernArt
Bahnhofstaße 26a // 21787 Oberndorf
Anmeldung: wir-prozess@die-oberndorfer.de

Foto: REHvolution.de / photocase.de